Σάββατο, 6 Σεπτεμβρίου 2014

Namensstreit Makedonien: Die Makedonischen Diadochen und der Hellenistismus.

Amphipolis, Makedonien.
Der Eingang der Grabstätte.

 Alexander Demandt
  Professor für Alte Geschichte
 am Friedrich-Meinecke-Institut
Aus dem Buch
'ALEXANDER DER GROSSE'
Leben und Legende'.
C.H.Beck 
Die Bilder und die Textformatierungen 
sind unsere Auswahl (Yauna),

 und nicht im Text enthalten.



DER HELLENISMUS

Als Johann Gottfried Herder 1775 in seinen  «Erläuterungen zum Neuen Testament»  gegen das «mißbrauchte Allemannswort Hellenismus» wetterte, ahnte er nicht, daß damit einmal eine ganze Epoche der Weltgeschichte, die Zeit von Alexander bis Augustus, bezeichnet werden würde.

Das setzte indessen einen Bedeutungswandel voraus.
Herder kannte den Begriff aus dem zweiten Makkabäerbuch.

Er bezeichnet dort das «griechische Wesen» der hellenisierten Juden und wird mit allophylismos — «Fremdartigkeit» erläutert.
Fromme Juden sahen darin einen Makel.
Der aber war weit verbreitet. Als der Apostel Paulus nach Jerusalem kam, unterhielt er sich mit den «griechischen Juden», den hellênistai, zu denen er selber gehörte.
Derselbe Begriff erscheint zuvor bei einem Streit innerhalb der christlichen Gemeinde zwischen «Hebräern» und «Hellenisten».

Gemeint sind einerseits aramäisch, andererseits griechisch sprechende Juden, die Christen geworden waren.
Das Wort hellénistes erscheint hier zum ersten Male, es ist abgeleitet von hellmizein «griechisch sprechen».
Aristoteles und Alexander


 Für Aristoteles war dies der Anfang aller Literatur und Wissenschaft.

 Der Leidener Philologe Claudius Salmasius nannte das biblische Griechisch 1643 lingua hellenistica im Unterschied zur klassischen lingua Graeca.

Es war die in der Alexanderzeit entstandene Verkehrssprache zwischen dem Atlantik und dem Indus.

Die Übertragung des Wortes Hellenismus von den Juden auf die Nichtgriechen und vom Bereich der Sprache auf die Kultur insgesamt geht zurück auf Johann Gustav Droysen.

 Er bezeichnete 1836 damit die «Vermischung des abend und morgenländischen Lebens».

 Droysen nannte den Hellenismus auch jene Zeit, in der das Griechentum «weitläufig» wurde.
Aber waren sie das nicht immer?
Gewiß, aber nicht gleichmäßig.
Wir können expansive und intensive Phasen ihrer Geschichte unterscheiden.
Eine erste extensive Phase bildet die Große Kolonisation in der archaischen Zeit vor den Perserkriegen, ihr folgt die intensive Phase der Klassik, die dann mit Alexander einmündet in die wiederum expansive, ja explosive Phase des Hellenismus.

Die griechische Zivilisation wurde damals international.

Alle Randvölker übernahmen Elemente griechischer Kultur, zumal in den Bereichen Sprache und Schrift.

An die Stelle der griechischen Dialekte  auch das klassische Attisch war ein solcher — trat die koiné, die vereinfachte griechische Gemeinsprache.

Noch Cicero bemerkte,daß
Latein bloß die Römer sprächen
,
Griechisch aber «fast alle Völker».

Von den Griechen übernahmen
die Etrusker, Römer und Karthager im Westen,
die Thraker, Skythen und Kelten im Norden,
die Perser, Araber, Juden und Inder im Osten das Geldwesen, Errungenschaften der Technik und Stilelemente der Kunst.

Nur die Ägypter hielten an ihrer Kultur fest.
Schon Herodot bemerkte, sie nähmen keine fremden Bräuche an. 
Und doch finden wir die Wesensmerkmale des Hellenismus nirgends so ausgeprägt wie gerade im ptolemäischen Ägypten: 
den bürokratisch verwalteten, 
multiethnischen Flächenstaat, 
das Großstadtleben, 
den Weltverkehr und die exakten Wissenschaften — 
all dies neben der pharaonischen Tradition.

Der Hellenismus hat nicht viele Quellen zur großen Geschichte hinterlassen,
war er gleich die schreibfreudigste Zeit des Griechentums.

 Die Bücher wurden in den Hauptstädten gesammelt:
nicht nur in den Bibliotheken von Pergamon und Alexandria
— hier lagen auch die verlorenen königlichen hypomnemata, das Amtsjourna — ,
sondern ebenso in denen von Antiochia, Pella, Athen und anderen Orten.

 Dennoch ist von den vielfach bezeugten Werken der damaligen Zeithistoriker und Philosophen keines erhalten.
Sie sind nur in Zitaten und Fragmenten überliefert. Auf dieser Basis hat man das Verhältnis der verlorenen zu den erhaltenen griechischen Geschichtswerken auf 40 zu 1 berechnet.

Ein wesentlicher Grund für die überwiegend in byzantinische Zeit zu datierenden Verluste dürfte darin liegen, daß die spätgriechischen Werke dem klassizistischen Sprachideal nicht entsprachen.

Unter den für den Hellenismus wichtigen Historikern sind uns Plutarch und Diodor,Josephus und Justin schon bei Alexander begegnet, desgleichen Strabon, Pausanias und Athenaios.
Hinzu kommen nun zwei weitere Griechen, Polybios aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und Appian aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Umfangreich sind die auf Steinen erhaltenen inschriftlichen Zeugnisse, namentlich die Briefe der Könige an die Städte. Aus den ägyptischen Inschriften ragt der Stein von Rosette hervor, er enthält Verfügungen von Ptolemaios V zu seinem Regierungsantritt 197 v. Chr. in Hieroglyphen, demotischer (spätägyptischer) und griechischer Schrift.

 Der Stein wurde 1799 von Soldaten Napoleons bei Al-Raschid gefunden und kam als Kriegsbeute ins Britische Museum.

Er ermöglichte Jean François Champollion 1822 die Deutung der Hieroglyphen. 

Überwiegend griechisch ist die Sprache der im trockenen Wüstensand konservierten Papyri; 

Abertausende von ihnen unterrichten uns über den Alltag im Lande.
Zudem gibt es für die frühe Seleukiden zeit Keilschrifturkunden aus dem unteren Mesopotamien.
 Die Münzen belehren uns über Titel und Porträts der Könige.

 Von ihnen haben sich auch bedeutende Marmorbilder erhalten. Unter den Kunstwerken des Hellenismus ragen der PergamonAltar aus dem 2. Jahrhundert und die LaokoonGruppe aus dem 1. Jahrhundert hervor.

Die Reiche

Die hellenistische Staatenwelt entstand in schweren Kämpfen unter den Heerführern Alexanders.
Die Jahre nach seinem Tode bildeten die turbulenteste Zeit der griechischen Geschichte. 

Als der junge König 323 in Babylon gestorben war, erhob das Heer Alexanders schwachsinnigen Halbbruder Philipp III Arridaios und Alexanders nachgeborenen Sohn Alexander IV zu Königen.

Die Reichsverweserschaft und den meso-potamischsyrischen Raum übernahm Alexanders Siegelbewahrer Perdikkas, die Randländer wurden nach seinem Vorschlag einzelnen Generalen unterstellt.

Perdikkas und die späteren Inhaber der zentralen Landschaft Syrien haben große Anstrengungen unternommen, die Reichseinheit zu bewahren.
Dabei standen sie regelmäßig einer Koalition der Flügelmächte gegenüber.
 Insbesondere Makedonien und Ägypten bemühten sich erfolgreich, von der Zentralmacht unabhängig zu werden.

Der Einheitsgedanke trat allmählich in den Hintergrund, Perdikkas fiel 321 in Ägypten durch eine Offiziersrevolte, Philipp III Arridaios wurde 316 mit seiner Gattin Eurydike Adeia nebst hundert Anhängern Antipaters von der aus Epirus zurückgekehrten Olympias grausam ermordet.

Sie konnte sich jedoch gegen Kassander, den Sohn Antipaters, nicht behaupten und wurde 316 in Pydna gesteinigt.

311 kam es zu einer Abgrenzung der Interessensphären der Generale, 
im Jahre danach mußten
 Alexander IV und seine Mutter Roxane sterben,
 weil Kassander in eigenem Namen regieren wollte. 

Es folgt eine königlose Zeit, bis sich im «Jahr der Könige» 307/306 ein Gerneral nach dem anderen  meist nach einem Sieg  zum König erhob.
Ptolemaios I. Soter
 367-283 BC
Als erste taten dies der «einäugige» Antigonos Monophthalmos und sein Sohn Demetrios in Syrien, ihnen folgten
 Ptolemaios in Ägypten,
Seleukos in Babylonien, 
Lysimachos in Thrakien und 
Kassander in Makedonien.

301 scheiterte der letzte Versuch, die Reichseinheit zu retten, in der Schlacht bei Ipsos in Phrygien durch die Niederlage des Antigonos.
Das Ergebnis dieser Kämpfe war die Herausbildung selbständiger Reiche unter den «Diadochen», d.h. den Nachfolgern Alexanders.

 Die drei wichtigsten waren
Makedonien,
Syrien und
Ägypten.


Makedonien, das seit 283 unter den Antigoniden, den Nachkommen des Antigonos Monophthalmos stand, behauptete die Hegemonie über Griechenland, zeitweilig auch über die Inselwelt.
Athen unterlag den Makedonen 322 im Lamischen und 261 im Chremonideïschen Krieg und schied aus dem Kampf der Mächte aus.

Kulturell aber blieb Athen das Herz von Hellas.

 Die letzte Erhebung von Sparta wurde 222 bei Sellasia niedergeworfen.
 Die Unterstützung durch die Ptolemäer reichte nicht hin, um den Poleis in Hellas ihre Unabhängigkeit von den Makedonen zu sichern, die in Korinth, Demetrias und Chalkis Festungen besetzt hielten.
Trotz seiner geringen Fläche war Makedonien wegen der Stärke seiner Heere eine Großmacht.
Die inneren Verhältnisse blieben dort vergleichsweise traditionell.

Der Niedergang der militärisch führenden Städte Theben, Athen und Sparta korrespondiert mit dem Aufstieg des griechischen Hinterlandes. 

Hier entwickelten sich ältere Kultgemeinschaften zu föderativen Flächenstaaten:
auf der Peloponnes der Achäische Bund,
in Nordwestgrie chenland der Ätolische Bund.
Es handelt sich jeweils um Zusammenschlüsse demokratisch regierter kleinerer Städte mit einem doppelten Bürgerrecht, dem der Stadt und dem des Bundes.
An der Spitze dieser Symmachien oder koina stand jeweils ein jährlich wechselnder Strategos, gewählt von der Bundesversammlung der Bürger, neben der ein Bundesrat die einzelnen Städte vertrat.
Diese beiden Bundesrepubliken bestimmten das Geschick Griechenlands bis zur Römerzeit.

Seleukos Nikator
306–281 BC
Das Seleukidenreich entstand, nachdem in der Schlacht bei dem zentralanatolischen Ort Ipsos 301 Antigonos Monophthalmos gefallen war.
Seleukos Nikator, der Satrap Babyloniens, baute um 300 eine neue Hauptstadt Seleukia bei Babylon, doch verlagerte sich der Schwerpunkt des Reiches bald wieder näher ans Mittelmeer, nach Syrien,
wo Seleukos 293 v. Chr. als Residenz die Stadt Antiocheia gründete. 

Sein Reich warder größte, aber uneinheitlichste der Diadochenstaaten, ein Flickenteppich.
Zentrum war die Tetrapolis mit Antiocheia, Seleukeia, Laodikeia und Apameia. 

Die Außenbezirke waren immer prekär.

In Kleinasien machten sich die Könige von 
Pontos, 
Bithynien und 
Pergamon 
selbständig.

Die Herrschaft über Baktrien hatte Seleukos noch einmal sichern können, aber das persische Hochland und das südliche Mesopotamien wurden um 250 von dem persischen Reitervolk der Parther in Besitz genommen, während die Seleukiden mit den Ptolemäern stritten.

Antiochos III konnte seine Macht 212 wieder bis Indien erweitern, doch war das nicht von Dauer.
Durch das Partherreich wurden die gräkobaktrischen Satrapien in Afghanistan und im Pandschab vom Westen abgeschnitten.
 Sie machten sich selbständig und entfalteten — namentlich unter Demetrios I (175) und Eukratides von Baktrien (156) — eine beträchtliche Ausstrahlung nach Indien und Turfan in Mittelasien.
Unter dem Nachfolger Menandros Soter (155 bis 130 v. Chr.) erreichte die griechischindische Macht — bezeugt durch die Stadtgrabung AißKhanum am Oxos — ihren Höhepunkt.
 
Münze von Menander mit einem buddhistischen acht Speichenrad.

Menanders Münzen zeigen das Rad Buddhas, die indischen Quellen nennen ihn Milinda.

Als er starb, wollte jede Stadt seine Asche, darum wurde sie aufgeteilt41. Die plastische Darstellung des Buddha beruht auf griechischen Vorbildern der GandaraKultur. Der Maurya König Ashoka von Pataliputra (gest. 231) warb mit 14 aramäischgriechischen Felsenedikten für den Buddhismus.

Eines ist 1958 bei Kabul gefunden worden, es ist die östlichste erhaltene griechische Inschrift.
 Tetradrachme von König Ptolemaios I mit dem von Alexander eingefuhrten Königsdiadem (290 v. Chr.).

  Tetradrachme des Königs Demetrios I von Baktrien mit dem Alexander zugeschriebenen Elefantenhelm (175 v. Chr.).

 Tetradrachme des Königs Mithridates VI von Pontos mit Alexanders „Löwenmähne“ ( 66 v. Chr.).

Die hier verkündeten buddhistischen Lehren fordern Mitleid und Selbstbeherrschung, Friedfertigkeit, Bescheidenheit und Verzicht auf Fleischnahrung. Wir hören von griechischkundigen buddhistischen Missionaren in Ägypten, Syrien, Kleinasien und Makedonien.

 Um 130 verloren die Griechen im Osten ihre Selbständigkeit, nachdem sie zuvor schon Buddhisten geworden waren. 

Aus der Zeit um 100 v. Chr. stammt die Stele von Besnagar, die bezeugt, daß der Grieche Heliodoros den Vishnu verehrte.
Tetradrachm  Alexander mit Elefanten-Skalp,
Symbol seiner indischen Eroberungen


 Die Anwesenheit der Griechen bestätigen Tausende von Silber und Goldmünzen, die zumeist in Afghanistan aus dem Boden kamen.

Das reichste unter den hellenistischen Königreichen war Ägypten, wo Alexanders Leibwächter Ptolemaios und dessen Nachkommen Könige waren und es bis zu Kleopatra VII blieben.

 Nach dem Vater des Ptolemaios, Lagos, heißen die Ptolemäer auch Lagiden.

 Das ptolemäische Ägypten
 ist wegen der Papyrusfunde historisch am genauesten bekannt,
bildet das geschlossenste System und gilt als hellenistischer Musterstaat.

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