Σάββατο, 23 Αυγούστου 2014

Makedonisches Erbe: Der Hellenismus als Epoche.

Der Eingang der Grabstätte in Amphipoli Makedonien.
Christoph Höcker
GRIECHISCHE ANTIKE
Dumont

Der »Hellenismus« als Epochenbegriff

Daß mit der griechischen Niederlage gegen die Makedonen bei Chaironeia 338 v. Chr. eine Epoche, nämlich die der griechischen Stadtstaaten, zuende gegangen war, war bereits den damaligen Zeitgenossen bewußt.
Doch erst in der weltgeschichtlichen Rückschau der Historiker entstand das Problem, die auf diese Niederlage folgenden Jahrhunderte überhaupt als eine Einheit zu erkennen und abzugrenzen.
Denn vor dem normativ gesetzten Hintergrund der Klassik konnte nur eine Dekadenzzeit folgen, die charakterisiert war von Monarchien östlich-despotischer Art, verwirrenden Verschmelzungen griechischer und orientalischer Kulturund Religionsvorstellungen sowie schließlich mannigfachen Interferenzen mit der sich in Italien etablierenden neuen Großmacht, dem Imperium Romanum.

Diese gegenüber der ''Reinheit'' der Klassik mit negativen Vorzeichen gewichteten Phänomene wurden seit dem 17. Jh. mit dem Begriff »hellenistisch« belegt.

Primär bezeichnete dieser Begriff die in dieser Epoche entstandene Mischsprache des Bibelgriechischen.

Die historische Epoche des »Hellenismus« bezeichnet seit dem 19. Jh. 
die Zeitspanne
 vom Beginn der Regentschaft Alexanders des Großen 336 v. Chr. 
bis zur Seeschlacht von Actium 31 v. Chr., 
in der Augustus die Flotte Marc Antons besiegte (138). 

Dieses Ereignis bedeutete zugleich das Ende des letzten verbliebenen hellenistischen Staates, des ägyptischen Ptolemäer Reiches, wie auch den Beginn der Weltherrschaft eines monarchisch regierten Imperium Romanum.

Der Historiker Johann Gustav Droysen (1808-1884) 
beschrieb als erster
den Hellenis­mus
als eine kohärente historische Epoche.
Der Begriff »Hellenismus« wie auch die zeitliche Eingrenzung gehen auf den Historiker Johann Gustav Droysen (1808-1884; 139) und seine zwischen 1836 und 1843 erschienene dreibändige »Geschichte des Hellenismus« zurück.

 Droysen erkannte 
die charakteristische Verschmelzung 
der damaligen Kulturen
 zu einem großen Ganzen und auch die geographische Randlage, in die das alte Griechenland während dieses Prozesses geriet, sah hier jedoch einen insgesamt positiv zu bewertenden,
weil griechisch dominierten Vorgang, 
der am Ende zu einer Gräzisierung der ganzen Welt geführt habe.


Unter Hellenismus wird heute indessen mehr als eine bloß historisch definierte Epoche verstanden, und auch Droysens Idee einer damit verbundenen Hellenisierung der Welt wird differenzierter gesehen.

 Neben dem historischen Epochenbegriff hat sich innerhalb der Forschung ein religions- und kulturgeschichtlich geprägtes Verständnis von Hellenismus etabliert,
das eben dem Phänomen der Vermischung und Verschmelzung einzelner Teilkulturen zu einer Weltkultur große Bedeutung zumißt
und dabei auch die Kulturen des westlichen Mittelmeerraumes mit einbezieht. 

Dabei zeigt sich im Kleinen wie im Großen, daß diese neue, im 3. Jh. v. Chr. entstandene Weltkultur beileibe nicht griechisch dominiert war, sondern im Gegenteil sogar eine sehr erhebliche Orientalisierung des Okzidents zur Folge hatte, auch wenn die Amtssprache in den hellenistischen Reichen in der Regel Griechisch war.

Der Hellenismus mit seinen integrativen Kräften erweist sich aus dieser Perspektive als ein kultureller Gegenentwurf zum beinahe autistisch auf sich selbst bezogenen, immer auf strikte Ausgrenzung des kulturell Anderen bedachten klassischen Griechentums. 

Nichts macht dies deutlicher als der 'Export' der griechischen Götterwelt in den Orient, der nicht nur zu einer Hellenisierung östlicher Religionen, sondern gerade auch zu einer komplexen Orientalisierung des griechischen Mythos geführt hatte.

Wenn Zeus nun im Gewand des Ammon, des Baal oder gar in Gestalt eines Herrschers in Erscheinung trat, bedeutete dies weit mehr als nur eine Veränderung der traditionellen Ikonographie, nämlich den Beginn synkretistischer Religionsvorstellungen, die sich bis weit in die nachchristliche rö-mische Kaiserzeit tradiert haben. Hellenismus als religionsund kulturgeschichtlicher Begriff überschreitet folglich die historische Epochendefinition zeitlich wie räumlich, umfaßt jüdisch-christliche Phänomene des Ostens ebenso wie kulturelle Assimilationsvorgänge im Gebiet des westlichen Mittelmeers.

Das AlexanderMosaik zeigt den Moment der Entscheidung in einer Schlacht zwischen Makedonen und Persern:
In rasender Fahrt flieht mit seinem Streitwagen, die eigenen Söldner überrollend, der Perserkönig Dareios III vor
dem heranspregenden Alexander.
Römisches Mosaik des 2.JH v. Chr.



Alexanders Feldzüge: Die kurze Geschichte eines Riesenreiches

Auch wenn der gerade 20jährige Alexander unmittelbar nach der Ermordung seines Vaters Philipp II. (336 v. Chr.) vom makedonischen Heer als Thronfolger proklamiert und wenig später von den Griechen als legitimer Hegemon anerkannt wurde, so blieb doch der Verdacht gegen Alexander bestehen, in dieses Attentat verwickelt gewesen zu sein.

In Blitzaktionen ließ Alexander, als herrschaftssichernde Maßnahme, alle potentiellen Thronkonkurrenten hinrichten.
Und umso notwendiger wurden nun militärische Großtaten, die der Bestätigung der Herrschertugenden des neuen Königs, aber auch der Beruhigung der griechischen Stadtstaaten dienen sollten.

Wie kein zweiter verstand es Alexander, in Aufwand, Wirkung und Folgen genau kalkulierte Militäraktionen als Machtdemonstrationen zu nutzen und diese propagandistisch zu verwerten.

 Die ersten Feldzüge (142) dienten der Absicherung der eigenen Herrschaft. Triballer, Thraker und Illyrer im Norden und Westen Makedoniens wurden besiegt (335 v. Chr.) und dabei die makedonische Einflußsphäre bis an die Donau vorangetrieben; mit brutaler Gewalt wurde
zudem der Versuch der mittelgriechischen Stadt Theben, sich an die Spitze einer antimakedonischen Widerstandsbewegung zu stellen, unterdrückt.

Theben, schon seit den Perserkriegen mit dem Makel des Verräters behaftet, wurde als eine Warnung an alle anderen Griechen geplündert, zerstört und seine Bewohner wurden versklavt.

Danach, gewissermaßen als Konzession an das alte Griechenland, besann sich Alexander auf die gemeinsame Grundlage griechisch-makedonischer Identität, nämlich auf den gemeinsamen Feind Persien. 

Mit einem vergleichsweise kleinen Kontingent, das aber wegen seiner taktischen Disziplin und den mit LangLanzen bewaffneten, deswegen besonders tiefgestaffelten Schlachtreihen (141) überaus schlagkräftig war, überquerte er den Hellespont, zerrieb ein persisches Heer bei Granikos, besetzte Lydien und die Städte der kleinasiatischen Westküste, verkündete in dramatischer Inszenierung und in bester griechischer Tradition die »Freiheit der Griechenstädte Kleinasiens«, erwies sich, wo immer möglich, als Förderer griechischer Kultur, drang immer weiter ins Persergebiet ein und besiegte schließlich in der berühmten Schlacht bei Issos den Perserkönig Dareios III. (140) vernichtend (333 v. Chr.).

Das Angebot des Geschlagenen, das halbe Perserreich gegen einen Friedensschluß zu übernehmen, lehnte Alexander ab und erhob seinerseits Ansprüche auf den Achämenidenthron.

Der Verlauf der Eroberungszüge Alexanders des Großen und das Alexanderreich am Ende des 4. Jh. v. Chr.
Er besetzte nach langer Belagerung von I Tyros 332 v. Chr. Syrien und Phönizien, übernahm Ägypten 331 v. Chr. kampflos (wo er zum Pharao ausgerufen wurde und die nach ihm benannte Stadt Alexandria gründete), stieß dann über Euphrat und I Tigris vor und schlug eine letzte, siegreiche Schlacht gegen die Perser bei Gaugamela (330 v. Chr.).

 Alexander, nunmehr in Besitz des kompletten Perserreiches, des unermeßlichen Staatsschatzes und des begehrten Königstitels, erklärte den Krieg für beendet. Er war jedoch fortan laufend mit Unruhen und Aufständen in dem wie im Zeitraffer gewonnenen Riesenreich und zudem mit einer innermakedonischen Opposition befaßt. Der letztendlich sinnund ergebnislose Indienfeldzug (327 v. Chr.), der das Heer unter großen Verlusten bis an den Indus und in die Nähe des Ganges führte, war ein letzter Versuch Alexanders, mit Militäraktionen von den bestehenden politischen und administrativen Schwierigkeiten abzulenken.

Auch wenn Alexander bestrebt war, das persische Statthalter-System als einzig effektvolle Verwaltungsstruktur für ein solches Großreich zu übernehmen und er sich bemühte, in eroberten größeren Städten zur Stabilisierung seiner neuen Herrschaft mindestens eine kleine Anzahl von Griechen anzusiedeln, so haben doch die militärischen Erfolge des Makedonenkönigs mitnichten zur wirklichen Eroberung Persiens geführt. 

Ganz wie bei dem zunächst von Sieg zu Sieg stürmenden Napoleon Bonaparte, der sich selbst übrigens als historisch ebenbürtiger Nachfolger des Alexander verstand, war der eroberte Raum viel zu groß, um ihn wirklich zu beherrschen.

 Nach dem Tode Alexanders (323 v. Chr.) zerfiel das Reich zunächst in vier Teile: 
Makedonien unter der Herrschaft des Gene­rals Antigonos, 
Thrakien unter der des Lysimachos,
 Ägypten, Phönizien und Syrien unter der Herrschaft des Generals Ptolemaios und das riesige, außerordent­lich instabile Gebilde des ehemaligen Perserreichs, 
 vom General Seleukos mehr recht als schlecht beherrscht; 
Abspaltungen wie z. B. das Reich von Pergamon ließen nicht lange auf sich warten.

Die makedonischen Königsgräber von Vergina

Der große Goldkasten (griech. lärnax) aus dem Philipp-Grab von Vergina,
in dem Asche und Knochen des Toten verwahrt waren. Vergina, Museum.

Ein wichtiges Mittel der Repräsentation innerhalb der makedonischen Adelsgesellschaft war das prunkvoll inszenierte Begräbnis; neben einer mit demonstrativem Reichtum ausgestatteten Residenz und der traditionellen Freigiebigkeit bei Gastmählern war dies der geeignete Anlaß, Vermögen und Status der Mitwelt vor Augen zu stellen.
Makedonischer Grabluxus:
Die 1987 enteckte ''Grabkammer der Eurydike''
in der Nekropole von Vergina.
Den vor einer architektonisch gegliederten
Innenwand plazieren reich dekorierten
hölzernen Thron ziert auf der Rücklehne eine
Enkaustil-Malerei mit
Hades und Persephone im Viergespann.

 Die meisten der erhaltenen prunkvollen Gebrauchsgegenstände wie goldene Kränze und Kisten  , Elfenbeinschnitzereien, metallene Waffen, Truhen, Throne und Klinen  mit kostbaren Beschlägen, bunt gewebte, z. T. sogar mit Goldfäden versetzte Stoffe und Hausrat aller Art haben sich als Grabbeigaben gefunden.

Und auch die Grabanlagen selbst konnten sich mit dem Prunk der Beigaben messen: Unter einem Hügel verschüttet wurden komplette Steinhäuser mit mehreren Räumen, die meist von einem den Erddruck ableitenden Gewölbe überdacht waren Grabkammern, deren Fassaden durch bemalte Steinoder Stuckreliefs architektonisch präzise gegliedert  und deren Interieurs oft durch figürliche oder ornamentale Fresken ausgeschmückt waren.

Derartige Gräber wurden in Nordgriechenland so zahlreich aufgefunden, daß sie innerhalb der archäologischen Forschung fast zum Symbol der makedonischen Kultur geworden sind, einer Kultur, auf die der hier ersichtliche Bestattungsprunk ein markantes Licht wirft. Während die Griechen ihre Toten traditionell mit allenfalls ein paar wenig wertvollen Gerätschaften beisetzten und den Ort der Bestattung mit einer Reliefstele markierten, wurde in Makedonien bei aufwendigen, mehrtägigen Leichenfeiern regelmäßig ein sehr erhebI lieber materieller Wert dem profanen Leben entzogen.

Aus Holz nachgebaute Wohnund Repräsentationskulissen dienten als Scheiterhaufen für die Leichenverbrennung und
  Das sog. »Große Grab von Lefkadia« in Makedonien.
Aquarell mit der ursprünglichen Farbgebung
und der Reliefdekoration der Fassade.

! wurden später als Schüttmaterial in den Grabhügel ! (tumulus) integriert. 

Die Aufschüttung des Hügels selbst war eine immens aufwendige, viele Arbeitstage umfassende Angelegenheit; 

seine jeweilige Größe kennzeichnete verläßlich den sozialen Status des Bestatteten.

Zusammen mit den wertvollen Beigaben und der kostbaren Ausstattung der Grabbauten mußte dies auf den Nicht-Makedonen den imposanten Eindruck einer verschwenderischen ''Einweg-Kultur'' machen, in der das organisiert-rituelle Vernichten von materiellen Werten und Arbeitsressourcen offenbar eine bedeutsame Stilund Statusfrage war.

In ihrem Typus ähneln sich die makedonischen Gräber untereinander bis ins Detail:

 Ein steinerner, im Grundriß üblicherweise axialsymmetrischer Grabbau mit Vorund Hauptkammer wurde von einem halbrunden Keilsteingewölbe überspannt (das an diesen Bauten erstmals Eingang in die griechische Architektur fand); nur Gräber aus der Zeit vor ca. 350 v. Chr. sind mit großen Platten flach gedeckt (»Kistengräber«).

Die Kammer imitierte ein Haus, der Raum mit der eigentlichen Bestattung bildete gewissermaßen ein  »ewiges Prunkzimmer« des Toten. Nach Abschluß der Leichenfeiern wurde die Kammer mit einer Steintür fest verschlossen, danach massiv verschüttet und nur sehr selten für eine neuerliche Bestattung geöffnet und genutzt.

Die meisten dieser wegen ihrer markanten Hügel leicht in der flachen nordgriechischen Landschaft zu ortenden Gräber sind im Laufe der Jahrhunderte ausgeraubt worden; mindestens Edelmetallgeräte bilden deswegen, obwohl einst in fast jedem Grab vorhanden, heute ein seltenes archäologisches Fundgut.
Das Philipp-Grab von Vergina.

 Um so größer war die Sensation, als im November 1977 bei den von dem griechischen Archäologen Manolis Andronikos geleiteten Ausgrabungen eines großen Grabhügels am Rande der Nekropole von Aigai/Vergina gleich drei weitestgehend intakte, aus verschiedenen Zeiten stammende Grabkammern entdeckt wurden.

 Dies war bereits an sich ein sensationeller, auf eine königliche Familiengruft hindeutender Befund, denn in der Regel war innerhalb eines Hügels nur eine einzige Kammer verschüttet worden.

 Und auch der Hügel selbst, der mit einem Durchmesser von annähernd 100 und einer einstigen Höhe von gut 20 m eher wie ein natürlicher Berg in der Landschaft als wie ein künstlich errichteter Tumulus wirkte, war in seinen Dimensionen derart exzeptionell, daß schnell die in der Tat schwer zu entkräftende Idee des Ausgräbers von einem Königsgrab Verbreitung fand.

Von besonderer Pracht, aber auch von besonderer Erhaltung war neben dem an Funden von Edelmetallen reichen Prinzengrab und dem höchst sorgfältig ausgemalten Grab der Persephone das mutmaßliche Grab von König Philipp II., des 336 v. Chr. in Aigai ermordeten Vaters Alexanders des Großen.
Der mit 10 x 4,5 m fast bescheiden dimensionierte, aber mit architektonisch reich gestalteter Fassade versehene Grabbau aus zwei Kammern (146) lag im Zentrum des Tumulus, war also wohl der einstige Mittelpunkt der Anlage; die Fassade zierte eine detailreiche Malerei mit Jagdszenen.

 Das Innere war bei seiner Öffnung mit Kleinodien geradezu überfüllt.

Prunkvoll dekorierte Holzmöbel und vergoldetes Bronzegerät fanden sich, ferner Schilde, Lanzen und ein Paar ungleich lange Beinschienen.

 Antike Quellen berichten, daß Philipp II. aufgrund einer körperlichen Versehrtheit ungleich lange Beine hatte, woraus man heute schließt, daß dieses Grab das-jenige des Königs ist.

Zahlreiche Silbergefäße wurden geborgen, des weiteren ein reich dekorierter Brustpanzer mit Goldbesatz, Alabasterflakons, filigran geflochtene Kränze aus Golddraht, ein goldener Köcher, Stoffe, Lederkleidung, schließlich verdeckt in der Nische eines Tisches ein Goldkästchen mit kostbarem Tuch darin, in das die Asche des Toten eingeschlagen war.


Die »Hellenistische Koiné«: Eine Weltkultur entsteht
Die Hellenistische Koiné

Griechische Plastik, Architektur, Malerei, Töpferei und künstlerische Metallbearbeitung waren bis weit in das 4. Jh. v. Chr. hinein von regionalen Stiloder MotivMerkmalen geprägt. Dorische Tempel fanden sich etwa mehrheitlich im griechischen Kemgebiet und in den westlichen Kolonien, ionische hingegen überwiegend auf den Ägäis-Inseln und in Kleinasien; in der Vasenmalerei konkurrierten die in Stil und Technik markanten attischen Erzeugnisse mit zahlreichen, nicht minder charakteristischen Produkten anderer Regionen. Immer war gerade deshalb auch bei kleinen, über weite Strecken hinweg transportierbaren Gegenständen wie etwa Schmuck oder Gefäßen klar ersichtlich, in welcher Region des Mittelmeer-Raums sie erzeugt worden waren.

Malerei in der Lünette der Grabkammer von Svestari bei Razgrad/Bulgarien,
Aus­schnitt. Fünf Frauen tra­gen Prozessionsgerät für einen im Krieg siegrei­chen,
zurückkehrenden Reiter heran (links);
die linke Frau auf der Rampe überreicht mit ausgestrecktem Arm den Siegeskranz.

Ein wesentliches Charakteristikum
 des Hellenismus 
in der Folge des Entstehens des Alexander Reiches
 ist das Verschmelzen verschiedenster,
 auch nicht-griechischer Regionalkulturen 
zu einer Weltkultur ein Vorgang, 
der sich in praktisch allen Bereichen des Lebens 
gleichermaßen niedergeschlagen hat.

 Daß dies bisweilen ganz absichtsvoll als eine gesteuerte, Integration bezweckende Maßnahme geschah, zeigen demonstrative Handlungen Alexanders während seines Feldzuges nach Osten, etwa bei seinen mythisch-religiösen Inszenierungen, die griechische und orientalische Religionsvorstellungen effektvoll miteinander kombinierten oder die Massenhochzeit von Susa, wo griechische und orientalische Lebensgewohnheiten miteinander vereinbart werden sollten.

So nimmt es nicht wunder, daß schon bald nach 300 v. Chr. eine hellenistische Kunst entsteht, die eben diese Verschmelzung unterschiedlichster Wurzeln zu einem neuen Ganzen par excellence zeigt: 
die Kunst der hellenistischen koiné
 (von griech. koinos = »gemeinsam«).

 Dieser Vorgang ist nun nicht, wie lange angenommen wurde, als eine Gräzisierung der Welt, als ein griechischer Einfluß auf die unterschiedlichen, Griechenland angegliederten Fremdkulturen zu verstehen, sondern als ein Prozeß gegenseitigen Austauschs.

Die silbernen Rhytha, einem Horn nachempfundene Trinkgefäße, waren als Gefäß-Typus fester Bestandteil des Prunkgeschirrs wohlhabender Schichten sowohl in Griechenland wie auch im Orient; die getriebene Dekoration auf diesen Rhyta folgte nach 300 v. Chr. zunehmend häufig einem universellen Misch-Stil, der eine Zuordnung zu einer bestimmten Erzeuger-Region unmöglich machte. Auch Goldschmuck, der etwa in Kertsch auf der Krim gefunden wurde, konnte überall in der hellenistischen Welt entstanden sein. Wie selektiv aber zugleich dabei mit griechischem Formengut umgegangen wurde, zeigen thrakische Gräber im Gebiet des heutigen Bulgarien; hier entstanden durchweg im griechischen Stil gehaltene Malereien, die jedoch in ihrer Motivik lokalen, aus griechischer Sicht ''fremden'' Bedürfnissen angepaßt und entsprechend umgeformt waren .

 In der Architektur artikulierte sich diese neue Formensprache nicht nur in der zunehmenden Vermischung der Bauordnungen, sondern auch in einer Vermischung einstmals strikt voneinander geschiedener Baumuster ; durch gezielt ausgewählte Kombination bekannter Formen und Strukturen entstand gänzlich Neues.
Die Tyche von Antiochia

Bei bedeutenden öffentlichen Denkmälern konnte diese Vermischung von Formen und Motiven unterschiedlichster Herkunft darüber hinaus regelrecht pro-grammatische Züge annehmen. Nach der Neugründung der Stadt Antiochia am Fluß Orontes 301 v. Chr. (heute: Antakya/Türkei) entstand unter den Händen des Bildhauers Eutychides von Sikyon eine repräsentative Skulptur, die die aus verschiedenen Ethnien bestehende Stadtgemeinschaft symbolisch vergegen-wärtigen sollte die »Tyche von Antiochia«.

Die weibliche Gestalt mit Mauerkrone auf dem Kopf sollte zum Urbild aller späteren Stadt-Personifikationen werden.

Sie kombiniert, wie der Archäologe Burkhard Fehr nachgewiesen hat, ganz gezielt griechische und orientalische Bild-Traditionen und ermöglichte auf diese Weise beiden Bevölkerungsgruppen, die in der Stadt miteinander lebten, eine Identifikation mit diesem Bild-Symbol.


Diese modern und aufgeklärt klingenden, überdies noch beiläufig die Herkunft des Begriffes Numismatik (»Münzkunde«) erläuternden Worte des Aristoteles betreffen ein beileibe nicht selbstverständliches Phänomen: das Prinzip der Geldwirtschaft, d. h. vermittels eines universellen Äquivalents die Tauschwirtschaft zu ersetzen und einen über den bloßen Warentausch hinausweisenden Wertmesser, ein Wertaufbewahrungsmittel zu schaffen.

 Nicht Griechenland, sondern Kleinasien ist Geburtsort der Geldwirtschaft. 

Erste Münzen seien nach Aussage des griechischen Historikers Herodot am Hof des sagenhaft reichen Lyderkönigs Kroisos (von ihm leitet sich unser Wort »Krösus« ab) um die Mitte des 6. Jh. v. Chr. geprägt worden, tatsächlich entstanden sie aber wohl schon um 600 v. Chr. in Westanatolien.
Zunächst aus Elektron, einer in Kleinasien vorkommenden SilberGold-Mischung, später aus purem Gold oder Silber und bald darauf bereits aus unedlen Metallen oder wurden Münzen in einem Präge-stock  geschlagen und dabei mit Inschrift und Bild hoheitlich bezeichnet.

Wenn etwa Athens Münzen eine Eule zierte und zusätzlich die Beischrift ΑΘΕ auf die Stadt verwies war dies ein Garant des Münzwertes. 

 Dies konnte aber nicht verhindern, daß es in Griechenland mit seiner Unzahl an Kleinstaaten bis in den Hellenismus hinein ein permanentes Währungschaos gegeben haben muß.

 Obwohl gerade die Möglichkeit zur Diversifizierung und Verflechtung ökonomischer Aktivitäten eigentlich der Hauptvorteil der Geldwirtschaft war, muß die Vielzahl der Währungen den Handel erheblich erschwert haben. Garant des Wertes in internationalem Sinne war allein das Gewicht des verwendeten Edelmetalls.
Und hier hatte beinahe jede griechische Polis ihr eigenes Gewichtssystem:
 Eine Drachme oder ein Stater aus Ägina war deshalb anders zu bewerten als eine entsprechende Münze aus Athen, Milet oder Korinth.

Griechische Geldwirtschaft war mit erheblicher Bürokratie verbunden: 
Aufsichtsgremien kontrollierten die Münzemissionen, Marktbehörden hielten offizielle Umrechnungsmaßstäbe vor, Geldwechsler erledigten den Münztausch.
Sogar regelrechte Banken entstanden, meist verbunden mit einem Tempel oder einem Heiligtum, also denjenigen Orten, an denen sich im Laufe der Zeit die größten Vermögen akkumuliert hatten.

Bereits um die Mitte des 5. Jh. v. Chr., also gut 100 Jahre nach Beginn der griechischen Münzprägung, finden sich erste kunstvoll geschnittene Münzstempel mit Bildmotiven, die weit über die als Währungsgarant notwendige bloße Hoheitsbezeichnung hinausgingen; fortan werden die Bildmotive, die sich über das Medium Münze schnell und weit verbreiteten, zu propagandistisch genutzten Markenzeichen der Städte.
Herausragend waren die Münzen der griechischen Westkolonien auf Sizilien und in Unteritalien; nicht selten finden sich, etwa in der Münzprägung der Stadt Syrakus, die bildreichen Münzen sogar von Stempelschneidern signiert .

Tetradrachnon des Demetrios Poliorkete('der Städteeroberer').
Darstellung der Siegesgöttin NIKE.
Athens Eule, der »Syrakusaner« mit dem von einem Delphin gesäumten Kopf der Quellnymphe Arethusa, der dreizackschleudemde Poseidon auf den Münzen von Poseidonia/Paestum, der Adler auf dem Geld aus Akragas/Agrigent wurden so zu Piktogrammen mit erheblicher Signifikanz für das Image der Städte.


Pergamon: Aufstieg und Ende eines hellenistischen Königreichs
Die Stadt Pergamon.Rekonstruktion des antiken Pergamon 19. Jahrhundert.

Die Stadt Pergamon im Nordwesten Kleinasiens, inmitten der Kaikos-Ebene auf einem ca. 300 m hohen, schwer zugänglichen Berg gelegen , kam 282 V. Chr. schlagartig zu weltgeschichtlichem Ruhm, als der hier residierende Statthalter und Schatzmeister des Makedonenkönigs Lysimachos, Philetairos, mitsamt der Kasse zu Seleukos I. überlief, der Kleinasien und Persien beherrschte.

 Die Konflikte der Diadochen um die Herrschaftsnachfolge des Alexander-Reichs waren auf ihrem Höhepunkt, und es war typisch für die Unwägbarkeiten dieser Zeit, daß Philetairos’ Wechsel auf die seleukidische Seite beileibe keine Unterwerfung unter Seleukos I. mit sich brachte, sondern wegen der beträchtlichen finanziellen Potenz zu einer erheblichen Unabhängigkeit führte.

Unter Eumenes I., dem Nachfolger des Philetairos (reg. 263-241/240 v. Chr.), besonders dann aber 240 v. Chr. nach der Annahme des Königstitels durch Attalos I. (reg. 240-197 v. Chr.) war dem vergleichsweise kleinen Fürstentum eine bedeutende Herrscherdynastie entwachsen, die im Konzert der Großen fortan geschickt mitzuspielen wußte.

Das Hangtheater von Pergamon

In idealer Weise läßt sich hier verfolgen, wie sich die Etablierung einer Herrschaft aus dem Nichts, ohne irgendeine Tradition und Legitimation, vollzog, welche symbolisch-repräsentativen, aber auch militärischmachtpolitischen Handlungen hier zu einer Legitimationspolitik verschmolzen, die dieses Manko überspielen sollte.

Philetairos agierte zunächst keineswegs wie der Begründer einer eigenen Herrscherdynastie, sondern ließ Vorsicht walten. Formell dem Seleukos untertan, verzichtete er darauf, die üblichen Würden und Titel eines Königs zu beanspruchen.

 Statt dessen kultivierte er in der Außendarstellung seines Regimes geschickt eine schlichte Lebensführung, die, durch eine sensible Diplomatie sowie die verfügbaren Finanzmittel noch zusätzlich gestützt, Pergamon aus den zahlreichen Konflikten der Jahre nach 280 v. Chr. heraushielt. Eine ideale Folie, bürgerliches Image und zugleich Traditionsbezeugung zu verknüpfen, war der explizite Rückbezug auf die Werte des klassischen Athen, der unter Philetairos seinen Anfang nahm und zu einem durchgängigen Motiv der pergamenischen Kulturund Repräsentationspolitik wurde.

Philetairos baute Pergamon zur glanzvollen Residenzstadt aus; 

auf der Spitze des Burgbergs, unmittelbar als Annex des Palastes, entstand ganz in der Tradition Athens ein Athena-Heiligtum mit einem damals völlig unüblich gewordenen, aber an Altes symbolträchtig anknüpfen-den Tempels in dorischer Ordnung ein kaum zu übersehender Verweis auf den Parthenon und die Athener Akropolis.

Darin wurde ein im Design höchst altertümliches, tatsächlich aber nagelneues AthenaBild verwahrt, dessen Aussehen mittels Abbildungen auf Münzen weiteste Verbreitung erfuhr und sich bewußt an das hölzernde Xoanon der Athena Polias auf der Akropolis anlehnte.

Eumenes I. fügte sich in diese Politik ein und verzichtete auf den Königstitel, sogar nachdem er sein Reich mit einem Sieg über den Seleukiden Antiochos I. (262 v. Chr.) auch formell in die Eigenständigkeit geführt hatte. Als Mäzen und Stifter in Griechenland


155 Ein Gallier, erkennbar an Haarund Barttracht, tötet sich und seine Gefährtin. Statuengruppe aus einem in Pergamon anläßlich der Vernichtung der Gallier durch Attalos I. aufgestellten Siegesdenkmals. Das Motiv des in völliger Verzweifelung sich selbst mordenden Gegners bildet eine prägnante Überhöhung der Allmächtigkeit und der herrscherlichen Gewalt des pergamenischen Siegers. Marmorkopie aus römischer Zeit; Rom, Thermenmuseum.


(u. a. finanzierte er große Hallenbauten in Delphi und Athen), aber auch in bezug auf die ihm zuteilwerdenen bzw. von ihm initiierten Ehrungen orientierte er sich immer unverkennbarer an den Standards der großen hellenistischen Monarchen.

Auf Athen nahm die Errichtung einer großen Bibliothek und Kunstsammlung bezug. Hier konnten die »Alten Meister« bewundert werden; eine später hinzugefügte Kopie der Athena Parthenos  sollte schließlich als Schirmherrin dieses kulturelle Tradition suggerierenden Ensembles figurieren.

Ein Gallier, erkennbar an
Haar- und Barttracht,
tötet sich und seine Gefähtrin.
Statuengruppe aus einen in Pergamon
anläßlich der Vernichtung der Gallier
durch Attalos I. aufgestellten
Siegesdenkmal.
Ein Geschenk des Himmels war schließlich der Galliereinfall nach Kleinasien.

 Dieses Ende einer Auswanderungswelle, die in Nordwesteuropa ihren Anfang genommen hatte, bot den Anlaß zu einer Demonstration militärischer Stärke. 
In den 30er Jahren des 3. Jh. gelang es Attalos I., durch eine Schlacht diesen Gallierzug zu stoppen ein Ereignis, das sofort als Sieg der Zivilisation über die Barbaren heroisiert und in die unmittelbare Nachfolge der Persersiege Athens gerückt wurde .

 Nun nahm Attalos I. den Königstitel an, feierte den Sieg daheim wie in Athen in pathetischen und anspielungsreichen Denkmälern;
nun wurde Pergamon zur nicht nur gleichberechtigten, sondern sogar zur stabilisierenden Größe im ewigen Wettstreit der hellenistischen Monarchien. 

Mit welcher Selbstverständlichkeit Pergamon zugleich das alte Griechenland vereinnahmte und darauf seinen Machtanspruch gründete, zeigt der nach seiner Auffindung im späten 19. Jh. nach Berlin verbrachte Pergamon-Altar,
einst dem Zeus geweiht und auf dem Burgberg von Pergamon errichtet.
Der Zeus Altar in Pergamon.
(Berlin, Pergamonmuseum)

  Seine klobigen Reliefs schildern die Götter in der Schlacht gegen die Giganten;
der detailliert dargestellte Sieg über diese Feinde der Zivilisation war eine unverbrämte Inanspruchnahme der Ideale des alten Griechenland durch Pergamon,
das sich fortan erfolgreich als neue Hauptstadt Griechenlands ins Gespräch brachte.

Die stets auf das Eigenwohl bedachte Außenpolitik Pergamons setzte sich nach diesen Ereignissen unvermindert fort, führte zu freundschaftlichen Beziehungen gegenüber dem erstarkenden Rom (das im 2. Jh. v. Chr. zunehmend in Verstrickung mit dem hellenistisch-griechischen Osten geriet) und schließlich dazu, daß der letzte Herrscher Pergamons, Attalos III., 133 v. Chr. sein Reich testamentarisch an Rom vererbte.

Pergamon wurde auf diese Weise zum Kern der römischen Provinz Asia und zu einem wichtigen Eck-stein im Ausbau des römischen Machtgefüges; daß Pergamon in der späteren römische Kaiserzeit einer der wichtigsten und bevorzugtesten Orte Kleinasiens blieb, wundert daher kaum.

Kunst für den Augenblick: Zeremonial und Festarchitektur

Was der zur Zeit des Augustus lebende Diodor in seiner aus verschiedensten Quellen zusammengestellten »Weltgeschichte« überliefert (s. unten), beschreibt ein an hellenistischen Königshöfen weit verbreitetes Phänomen:
Die Anhäufung aufwendig gestalteter Gerätschaften sowie die Errichtung von Zeltbauten oder hölzernen Palästen, die den Betrachter in ihrem überbordenden Reichtum förmlich blenden sollten.

Da all diese Pracht nicht zur dauerhaften Verwendung bestimmt war, war dieser verschwenderische Umgang mit Gold und Geld j ausschließlich Ausweis der luxuria, des prunkvollen Wohlstands des Herrschers. Archäologisch sind diese Dinge nicht nachweisbar, allenfalls aus überlieferten Beschreibungen wie der Diodors rekonstruierbar. Was Diodor beschrieben hat, war keineswegs nur ein einfacher Leichenwagen für den Sarg Alexanders. Es handelte sich vielmehr um einen fahrbaren Grabbau, der überdies mit äußerstem Aufwand und mit viel Raffinesse dekoriert war: Bildwerke, Skulpturen und Ornamente nahmen in Stil, Motivik und Aussage auf die kulturellen Traditionen derjenigen Regionen bezug, in denen dieser Prunkwagen eingesetzt wurde, als Propaganda-Wagen bot er ein mehrsprachigs Bildprogramm, das Alexanders ruhmvolle Taten jeweils passend visualisierte.

Das prunkvolle Zelt als temporäre und gleichwohl representative Behausung des Herrschers oder als Ort aufwendiger Festlichkeiten geht auf orientalisch persische Vorbilder zurück.

Alexander machte von einem solchen mobilen Palast ausgiebig Gebrauch und griff die Idee des Prunkzeltes in seinem berühmt gewordenen großen Festzelt von Susa auf.

Auf diesen demonstrativen Gestus des Alexander bezog sich Ptolemaios II. (reg. 285-246 v. Chr.), als er, ganz im Stile eines ägyptischen Pharaos, ein riesiges, mehrstöckiges Festzelt errichtete, von dem der römische Unterhaltungsschriftsteller Athenaios (3. Jh. n. Chr.) eine ausführliche Beschreibung überliefert hat (159).

Dieser Aufwand gipfelte in dem ebenfalls bei Athenaios beschriebenen Nilschiff des Ptolemaios IV. (reg. 222-204 v. Chr.).

 Der schwimmende Palast aus vergoldetem Holz war mit allem erdenklichen Prunk ausgestattet, wurde in aufwendigen Zeremonien auf dem Nil bewegt und einer staunenden Bevölkerung präsentiert.



 Einen nicht minder repräsentativen Kontrast zu den auf momentane Wirkung bedachten Prunkarchitekturen stellten in der hellenistischen Architektur gigantisch konzipierte, jedoch selten einmal wirklich realisierte Landschaftsmodellierungen dar.

Der Architekt Deinokrates hatte,

wie antike Quellen berichten, Alexander dem Großen vorgeschlagen,
den gesamten Berg Athos zu einem Thronbildnis des Herrschers umzugestalten.
In den Händen sollte Alexander eine Stadt halten;
Phantasierekonstruktion des antiken Projekts durch Johann Bernhard Fischer v. Erlach, 1721.

Δεν υπάρχουν σχόλια: