Τρίτη, 15 Μαρτίου 2016

Plutarch (Βίοι Παράλληλοι,Vitae parallelae): Alexander der Grosse.

Plutarch 
 (griechisch Πλούταρχος, lateinisch Plutarchus;
Alexander der Grosse.
 * um 45 in Chaironeia; † um 125) war ein griechischer Schriftsteller.

Er verfasste zahlreiche biographische und philosophische Schriften, die seine umfassende literarische und philosophische Bildung und Gelehrsamkeit zeigen.

Sein bekanntestes Werk, die Parallelbiographien (  Bíoi parálleloi, οἱ βίοι παράλληλοι, Vitae parallelae, „Parallele Lebensbeschreibungen“), stellt jeweils die Lebensbeschreibung eines Griechen und eines Römers vergleichend einander gegenüber. 

 In diesen Vitenpaaren wird jeweils ein herausragender Grieche mit einem Römer verglichen.

In den Bioi paralleloi behandelt Plutarch die wichtigsten Staatsmänner der Vergangenheit von Theseus bis Marcus Antonius.

Es handelt sich um 23 Biographienpaare, die jeweils einen Griechen und einen Römer zusammenstellen, deren Leben Ähnlichkeiten aufweisen (z. B. Alexander der Große und Caesar, Demosthenes und Cicero).
Plutarch beschreibt seine Figuren mit negativen und positiven Eigenschaften, und einige große antike Persönlichkeiten werden mit genügend moralischen Mängeln geschildert, um als abschreckende Beispiele zu dienen, z. B. Demetrios. In den meisten Fällen ist die Beurteilung jedoch ausgewogener.
(Wikipedia)
Alexander

Wenn ich hier das Leben König Alexanders erzähle, so möchte ich bei dem Reichtum der Ereignisse die Bitte an die Leser vorausschicken: zu entschuldigen, daß ich nicht alle berühmten Begebenheiten genau und umständlich berichte, sondern die meisten nur kurz berühre.


Denn ich gebe Lebensdarstellung und keine Geschichte; und die Vorzüge oder Fehler eines Menschen spiegeln sich nicht so sehr in seinen glänzenden Taten, vielmehr verrät oft eine unbedeutende Handlung, eine Rede oder ein Scherz den Charakter viel deutlicher als große Kriegsunternehmungen, blutige Schlachten oder Belagerungen.

So wie der Maler nur aus bestimmten charakteristischen Augen des Gesichts die Ähnlichkeiten herauszuholen sucht und sich um das übrige wenig bekümmert, ebenso muß es auch mir vergönnt sein, mehr die inneren Charakterzüge aufzusuchen und nach diesen das Leben eines Menschen zu schildern, die Beschreibung der großen Taten und Schlachten aber anderen zu überlassen.

Man nimmt allgemein an, 
daß Alexander väterlicherseits von Karanos her den Herakles, 
und mütterlicherseits von Neoptolemos den Aiakos (einen Sohn des Zeus und der Aegina) zu Ahnherren hatte. 

Als sein Vater Philipp, erzählt man, in seinen jungen Jahren in Samothrake zugleich mit der Prinzessin Olympias in die Mysterien eingeweiht wurde, verliebte er sich in die ebenfalls noch sehr junge Waise und nahm sie mit Einwilligung ihres Bruders Arymbas, Königs von Epirus, zur Frau.

In der Nacht vor der Vermählung hatte die Braut einen Traum:

Es war ihr, als wenn bei einem Gewitter der Blitz ihr in den Leib schlüge und durch diesen Schlag Helles Feuer hervorbräche und dann plötzlich verlöschte. 

Philipp selbst träumte bald nach der Vermählung, daß er auf den Schoß seiner Gattin ein Siegel drückte, dessen Prägung, wie ihn deuchte, das Bild eines Löwen darstellte. 

Alle Wahrsager fanden den Traum bedenklich und erklärten, Philipp müßte sehr acht haben auf das Betragen seiner Gattin.
Nur der Wahrsager Arisiandros gab die Deutung, die Königin sei schwanger - denn leere Gefäße pflegt man nicht zu versiegeln - und sie werde einen Knaben von feurigem, löwenartigem Mut gebären.
 Einmal sah man auch, als Olympias schlief, eine Schlange neben ihr ausgestreckt liegen. Dieser Vorfall soll hauptsächlich dazu beigetragen haben, die Liebe und Zärtlichkeit Philipps zu mindern, so daß man ihn seitdem sehr selten mit ihr schlafen gehen sah.
 Vielleicht weil er sich vor den Zauberkünsten und Zaubertränken Olympias’ fürchtete oder weil er glaubte, daß sie mit einem höheren Wesen Umgang habe und daher von ihm nicht besucht werden dürfte. Es gibt auch noch eine andere Erklärung für die Beziehung Olympias’ zu den Überirdischen.

Dionysos, Mosaik Pella Makedonien.
Alle Frauen in diesem Land, sagt man, sind von uralten Zeiten her den orphischen Mysterien und dem geheimen Dienst des Dionysos ergeben.

Olympias neigte in besonderem Maß diesen Mysterien zu und gab sich bei den wilden Zeremonien völlig den Verzückungen hin.
 Bei den schwärmerischen Umzügen der Bacchantinnen führte sie große gezähmte Schlangen mit sich, die oft aus dem Efeu und den heiligen Körben der Mysten hervorkrochen und sich zum Entsetzen der Männer um die Thyrsosstäbe und Kränze der Frauen ringelten.

Nach jenem Traum schickte Philipp den Chairon aus Megapolis nach Delphi.

 Das Orakel, das Philipp von dort erhielt, befahl ihm, wie die Legende berichtet, dem Jupiter Ammon zu opfern und diesen Gott besonders zu verehren.

 Auch soll er ein Auge verloren haben, weil er durch einen Spalt in der Tür gelugt und den Gott in Gestalt einer Schlange bei seiner Frau hatte liegen sehen.
Als Alexander später seinen Zug nach Asien antrat, gab ihm Olympias das Geleit, wie Eratosthenes erzählt, und entdeckte ihm unter vier Augen das Geheimnis seiner Geburt mit der Ermahnung, sich einer solchen Abkunft würdig zu erweisen.

Andere freilich melden, sie selbst habe sich über dergleichen Gerüchte geärgert und oft gesagt:
 Wenn doch Alexander endlich aufhören wollte, mich bei Hera in Verdacht zu bringen.

Als Philipp eben Potidaia erobert hatte, erhielt er zu gleicher Zeit drei Freudenbotschaften.

Die eine war, daß sein Feldherr Parmenion die Illyrier in einer großen Schlacht besiegt hatte;

die zweite, daß eins seiner Rennpferde bei den Olympischen Spielen den ersten Preis erhalten hatte, 

und die dritte Botschaft meldete ihm die Geburt Alexanders. 

Die Freude, die er begreiflicherweise darüber empfand, vermehrten die Wahrsager noch durch die Erklärung, daß der unter drei Siegen geborene Prinz unbesiegbar sein werde.

In der Nacht von Alexanders Geburt ging der Tempel der Artemis zu Ephesos in Flammen auf.
 Viele gaben dem Ereignis die Deutung, daß ein großes Unglück über Asien kommen werde.
Alexanders Gestalt geben die Statuen des Lysippos am besten wieder; auch nur von ihm wollte sich Alexander darstellen lassen.
Die Haltung des Halses, der sich ein wenig nach links neigte - eine Eigentümlichkeit, die viele Nachfolger und Freunde Alexanders dann nachahmten - und den strahlenden Glanz der Augen hat Lysippos sehr gut zum Ausdruck gebracht. Apelles aber, der ihn mit dem Donnerkeil in der Hand malte, hat die Gesichtsfarbe nicht getroffen, sondern sie etwas zu bräunlich und dunkel angegeben. Alexander war, wie berichtet wird, hellfarbig, und diese Helle spielte an der Brust und im Gesicht etwas ins Rötliche.

Daß seine Haut lieblich geduftet, und nicht nur der Mund, sondern auch der ganze Körper einen angenehmen Geruch ausströmte, der sogar seine Gewänder durchdrang, habe ich in den Denkschriften des Aristoxenos gelesen.

Die Ursache davon lag vermutlich in der sehr hitzigen und feurigen Mischung seines Körpers. Denn nach der Lehre Theophrasts entsteht der Wohlgeruch dadurch, daß das Feuchte vom Warmen aufgesogen wird;
daher liefern auch die trockensten und heißesten Länder der Erde die meisten und schönsten Gewürze, weil die Sonne die auf der Oberfläche der Körper befindliche Feuchtigkeit, die Ursache der Fäulnis, verzehrt. Eben diese Hitze des Körpers machte wahrscheinlich Alexander auch zum Trunk und Jähzorn geneigt.

Schon im Knabenalter zeigte sich seine Selbstbeherrschung, denn so leidenschaftlich und ungestüm er sonst war, ließ er sich doch von der Sinnenlust nicht so leicht hinreißen, sondern gab sich ihr nur in weiser Mäßigung hin.

Sein ehrgeiziges Streben aber ließ ihn schon weit über seine Jahre hinaus ernst und zielbewußt erscheinen.
Nicht der Ruhm als solcher genügte ihm, auf welchem Gebiet es immer sei;
 hierin ganz der Gegensatz zu seinem Vater, der sich mit seinen Rednerkünsten brüstete, als wenn er ein Sophist und nicht ein König wäre, und auf die Siege seiner Rennpferde in Olympia sogar Münzen prägen ließ.

Als einige Freunde, denen Alexander im Schnellauf überlegen war, in ihn drangen,
sich bei den Olympischen Spielen als Wettläufer zu beteiligen
gab er zur Antwort: 
Gern,
 vorausgesetzt, daß ich dort Könige zu Gegnern haben könnte. 

Überhaupt scheint er für das Athletentum nicht viel übrig gehabt zu haben.

Denn soviel Wettkämpfe er auch für Dichter, Sänger und Musikanten oder auch Jagdspiele und Fechtkonkurrenzen veranstaltete, für Boxen oder den Fünfkampf hat er kaum je einen Preis ausgesetzt.

Als er einst in noch sehr jungen Jahren in Abwesenheit Philipps persische Gesandte empfing, bestrickte er sie nicht weniger durch seine Liebenswürdigkeit als durch seine ernste Unterhaltung.

 Er stellte nicht Fragen nach Nichtigkeiten, wie Kinder oft tun, sondern erkundigte sich nach der Länge des Weges, nach der Art im Innern Asiens zu reisen und dann zum König selbst, wie er als Heerführer verfahre, und wie groß die Militärmacht der Perser sei. Darüber verwunderten sich die Gesandten, und des Vaters vielgepriesene politische Gewandtheit erschien ihnen gering gegenüber dem kühnen und weitblickenden Geist des Sohnes.

Wenn wieder einmal Nachricht einlief, daß Philipp eine berühmte Stadt erobert oder einen glänzenden Sieg errungen hatte, hörte er mit finsterer Miene zu und sagte dann zu seinen Gespielen:

Mein Vater wird mir noch alles vorwegnehmen und mir keine Möglichkeit mehr übriglassen, die Welt durch eine große Tat in Erstaunen zu setzen.

Zu seiner Ausbildung waren natürlich viele Erzieher, Hofmeister und Lehrer bestimmt.
Uber sie alle aber war Leonidas gesetzt, ein Mann von strengen Grundsätzen, ein naher Verwandter Olympias.
Er schämte sich keineswegs des Titels eines Hofmeisters, da ihm sein Amt eine schöne und ehrenvolle Aufgabe bot; aber allgemein nannte man ihn wegen seines Ranges und der Verwandtschaft zum Königshaus den Vormund und Führer Alexanders.
Ancient Greek Coins.
 Seleucid Kings,
Seleukos I Nikator (312-281 B.C.)

Bridled head of horned horse
(Bucephalus) facing to right,
its mouth open


Eines Tages bot ein Thessalier namens Philoneikos dem König Philipp ein Pferd, Bukephalos genannt, zum Kauf an.
Man ging aufs Feld hinaus, um das Pferd auszuprobieren, fand es aber wild und unbrauchbar.

 Es ließ niemanden auf- sitzen, hörte auf kein Anreden und stieg hoch, sobald ihm einer nahekam.
 Philipp, ärgerlich darüber, wollte das unbändige Pferd schon wieder abfiihren lassen, als Alexander, der dabeistand, sagte:

Schade um das schöne Pferd, das man sich nur entgehen läßt, weil keiner mutig und geschickt genug ist, es richtig zu behandeln.

 Anfangs schwieg Philipp dazu; als aber Alexander immer wieder davon anfing und wiederholte, wie schade es um das Pferd wäre, sagte er: Wie, willst du etwa älteren Leuten Vorwürfe machen und behaupten, daß du gescheiter wärest und besser mit Pferden umzugehen wüßtest? Nun, erwiderte Alexander, mit dem Pferd da könnte ich jedenfalls besser umgehen als jeder andere. Philipp versetzte: Wenn du es aber nicht kannst, was zahlst du dann als Strafe für deine Dreistigkeit? - Nun, beim Zeus, dann bezahle ich den Preis des Pferdes.

Darüber gab es ein fröhliches Gelächter.
Nachdem man sich über die Summe einig geworden war, trat Alexander zu dem Pferde und kehrte es gegen die Sonne.
Offenbar hatte er bemerkt, daß das Tier vor dem hin und her schwankenden Schatten scheute, der gerade vor ihm auf den Boden fiel. Alexander führte es eine Zeitlang am Zügel und klopfte es beruhigend, solange es noch aufgeregt war.
Dann ließ er sacht den Mantel fallen und schwang sich behende in den Sattel, hielt aber das Tier erst noch kurz am Zügel und saß ganz still. Als er aber bemerkte, daß die Unruhe des Pferdes sich gelegt hatte und es nur noch vorwärts drängte, gab er ihm den Hals frei, und unter lautem Zuruf und mit kräftigem Schenkeldruck jagte er in voller Karriere davon.
Philipp und seine Begleiter standen zuerst sprachlos vor Angst; als er aber nach einer Weile das Tempo mäßigte, kehrtmachte und mit freudigem Stolz zurückgetrabt kam, jubelte ihm alles zu. Sein Vater aber, heißt es, brach in Freudentränen aus, küßte ihn beim Absteigen und sagte: Suche dir, mein Sohn, ein Königreich, das deiner würdig ist; Makedonien ist zu klein für dich.

Philipp kannte den eigenwilligen und schwer lenkbaren Charakter seines Sohnes, der sich gegen jeden Zwang aufbäumte, durch Vernunftgründe sich aber leicht zur Pflichterfüllung bestimmen ließ.

Er suchte ihn auch mehr durch Überzeugung zu leiten als durch Befehle zu zwingen.
Da die Erziehung und Bildung seines Sohnes eine äußerst schwierige Aufgabe war, mochte er sie auch nicht den üblichen Lehrern der Musik und der gewöhnlichen Wissenschaften anvertrauen.

Aristoteles

Vielmehr berief er dazu den berühmtesten und gelehrtesten unter allen Philosophen, Aristoteles, den er dafür auf fürstliche Art entlohnte.

Philipp ließ nämlich die Stadt Stageira, aus der Aristoteles stammte und die er vor einiger Zeit zerstört hatte, wieder aufbauen und setzte die entronnenen oder in Sklaverei geratenen Bürger in ihr Besitztum wieder ein.
Zum Ort des Studiums wies er Lehrer und Schüler den Nymphen-Hain bei Mieza an.

Offenbar wurde Alexander nicht nur in Ethik und Politik von Aristoteles unterrichtet, sondern auch in die geheimen esoterischen Lehren eingeweiht, die »akroamatischen« und »epoptischen«, wie sie die Philosophen nannten, die nur einem engen Kreis bekannt waren und vor der Öffentlichkeit geheimgehalten wurden.

Später, während des Feldzuges in Asien, erhielt Alexander Kunde, daß Aristoteles ein Buch über diese Lehren herausgegeben hätte.

Alexander schrieb ihm und machte ihm darüber Vorwürfe.
 Am Schluß des Briefes hieß es: Ich für meine Person will mich lieber durch Kenntnis des erhabensten Wissens vor allen anderen auszeichnen als durch Macht oder Größe.
Aristoteles erwiderte, er habe nur Bruchstücke jener Lehren veröffentlicht.

 In der Tat enthielt auch sein Werk über Metaphysik, um das es sich hierbei handelt, nichts, was zum Unterricht oder zum Lernen verwendbar wäre. Es ist eigentlich nur für die Eingeweihten zur Erinnerung geschrieben.
Überdies hat Aristoteles meines Erachtens in Alexander auch die Neigung zur Arzneiwissenschaft geweckt.
Denn Alexander befaßte sich nicht nur mit der Theorie, er half auch seinen Freunden in Krankheitsfällen und verordnete ihnen Diät und Arzneimittel, wie aus seinen Briefen zu ersehen ist. Überhaupt war er sehr wiß- und lernbegierig und ein eifriger Bücherleser.

Die »Ilias« betrachtete er als ein Lehrbuch der Kriegskunst und nannte sie auch so.
Er besaß eine von Aristoteles durchgesehene und verbesserte Ausgabe, die immer nur als die »Ausgabe aus dem Salbenkästchen« bezeichnet wurde.

 Diese hatte er immer neben seinem Dolch unter dem Kopfkissen liegen, wie Onesikritos, der Geschichtsschreiber Alexanders, erzählt.

Da es ihm im Innern Asiens an Büchern fehlte, beauftragte er Harpalos, ihm welche zu verschaffen. Dieser sandte ihm denn auch die Werke des Philistos, viele Tragödien von Euripides, Sophokles und Aischylos und die Dithyramben des Telestes und Philoxenes.

Alexander liebte und verehrte Aristoteles, wenigstens anfangs, aber nicht minder als seinen Vater, denn diesem, sagte er, habe er das leibliche Leben, Aristoteles aber das geistige Leben zu verdanken.

Später aber entstand in ihm ein gewisses Mißtrauen gegen Aristoteles; nicht daß er ihn auf irgendeine Weise seine Ungnade hätte fühlen lassen, aber die spontane Herzlichkeit und Vertrautheit ihrer Beziehungen hörte auf, was als eine ernste Entfremdung angesehen wurde.
Nie aber verlor Alexander die leidenschaftliche Liebe zur Philosophie, die ihm Aristoteles von Jugend an eingeimpft hatte.

Als Philipp gegen Byzanz zu Felde zog, wurde dem damals erst sechzehnjährigen Alexander unterdessen die Regierung Makedoniens nebst dem Reichssiegel mit unbeschränkter Vollmacht anvertraut.
Während seiner Regentschaft unterwarf er die abgefallenen Maider, eroberte ihre Stadt, vertrieb alle Barbaren von dort, siedelte Kolonisten aus verschiedenen Völkerstämmen an und nannte die Stadt fortan Alexandropolis.

Auch an der Schlacht bei Chaironeia gegen die Griechen nahm er teil; er soll als erster in die heilige Schar der Thebaner eingebrochen sein und damit den Sieg entschieden haben. Noch in unseren Zeiten zeigte man am Fluß Kephisos eine uralte Eiche, die Alexandereiche heißt, bei der damals sein Zelt gestanden hat. Nicht weit davon befindet sich der Friedhof der gefallenen Makedonier.

Diese Taten Alexanders erwarben ihm in erhöhtem Maße die Liebe und Zuneigung seines Vaters.

 Ja, Philipp war so stolz auf seinen Sohn, daß er es gern hörte, wenn die Makedonier Alexander ihren König, Philipp ihren Feldherrn nannten.
Aber durch die vielen Heiraten und Liebeshändel Philipps entstanden in der Familie schwere Mißhelligkeiten; man kann sagen, daß das ganze Reich unter den Zänkereien der Frauen litt.
Auch zwischen Vater und Sohn verursachte das viel häßlichen Streit und Zank, und die eifersüchtige und vergrämte Olympias hetzte Alexander immer noch mehr gegen den Vater auf.

Gelegentlich der Hochzeitsfeier des alternden Philipp mit der blutjungen Kleopatra kam der Zwist durch Attalos, den Oheim Kleopatras, zum offenen Ausbruch.

 Attalos, der sich im Wein übernommen hatte, ermahnte nämlich die Makedonier, sie sollten zu den Göttern beten, daß Philipp mit der Kleopatra noch einen rechtmäßigen Thronfolger zeugen möchte. Darüber geriet Alexander in Wut.

Was, Schurke, rief er, hältst du mich für einen Hurensohn?

 und warf ihm einen Becher an den Kopf.
Philipp sprang auf, zog das Schwert und wollte gegen seinen Sohn losgehen. Aber zum Glück für beide strauchelte er vor Zorn und Trunkenheit und fiel zu Boden.
Da höhnte Alexander:
Seht doch, meine Freunde, dieser Mann schickt sich an, von Europa nach Asien hinüberzuziehen, und dabei stolpert er schon, wenn er von einem Tisch zum anderen gehen will.
Nach dieser peinlichen Szene nahm Alexander Olympias zu sich, brachte sie nach Epirus in Sicherheit und begab sich selbst nach Illyrien.

Indessen kam der Korinther Demaratos, der sich als Freund des Hauses ein offenes Wort erlauben durfte, zu Philipp.

Als ihn der König nach der ersten freundlichen Begrüßung fragte, wie es um die Eintracht unter den Griechen stände, antwortete Demaratos:

Dir steht es freilich zu, Philipp, dich um Griechenland zu kümmern, wo du dein eigenes Haus in Zwietracht und Unheil gestürzt hast. 

Dieses Wort brachte Philipp wieder zur Besinnung, und er entsandte Demaratos zu Alexander, um den Sohn wieder ins Vaterhaus zurückzuholen.

Als später dann Pausanias, der auf Attalos’ und Kleopatras Anstiften schwer mißhandelt worden war und dafür keine Genugtuung erhalten konnte, Philipp ermordete, wurde die Schuld größtenteils Olympias zugeschrieben, da sie den ohnehin aufgebrachten Jüngling noch mehr aufgehetzt und erbittert hatte.

Auch auf Alexander fiel einiger Verdacht; denn er soll Pausanias, der sich nach jener Mißhandlung an ihn gewandt und beklagt hatte, die Verse aus Euripides’ Medea zitiert haben:

Den Vater samt der Braut und auch den Bräutigam - Doch ließ er alle, die an der Verschwörung teilhatten, feststellen und bestrafen. Auch verhehlte er Olympias seinen Unwillen nicht, als sie in seiner Abwesenheit Kleopatra grausam mißhandelt hatte.

So übernahm nun Alexander mit zwanzig Jahren die Regierung, die auf allen Seiten von Mißgunst und Neid, von bitterem Haß und Gefahren bedroht war.

Denn die Barbarenstämme an der Grenze wollten das aufgezwungene Joch nicht länger tragen und verlangten ihr angestammtes Königtum zurück. 
Philipp hatte Griechenland zwar mit den Waffen besiegt, aber noch nicht die Zeit gehabt, die Verhältnisse neu zu ordnen.
 Bei seinem Tod war das aus den Fugen geratene Land in voller Gärung.
 Die Makedonier sahen die Lage sehr pessimistisch an, und in ihrer Besorgnis rieten sie Alexander, auf Griechenland ganz zu verzichten und jede gewaltsame Eroberung zu unterlassen, die aufständischen Barbaren aber durch milde Behandlung zu ihrer Pflicht zurückzubringen und so jede Empörung gleich im Anfang zu ersticken. Allein Alexander selbst ging von anderen Grundsätzen aus; er glaubte, nur durch hartes unerschrockenes Zugreifen seinem Reiche Rettung und Sicherheit verschaffen zu können und war überzeugt, daß bei der geringsten Nachgiebigkeit alle Feinde zugleich über ihn herfallen würden.

Zunächst machte er den Aufständen der Barbaren und den Kämpfen in jener Gegend ein rasches Ende. Er stieß mit seiner Armee bis an die Donau vor und bereitete dort dem Syrmios, dem König der Triballier, eine vernichtende Niederlage.

Auf die Nachricht, daß Theben abgefallen und Athen mit ihm im Bund war, führte er sogleich seine Armee durch den Paß von Thermopylä, um, wie er sagte,
als Mann vor den Griechen zu erscheinen. 
Denn Demosthenes habe ihn, solange er im Land der Illyrier und Triballier war, einen Knaben, und als er in Thessalien stand, einen Jüngling genannt;
nun wolle er ihm unter den Mauern von Athen beweisen, daß er ein Mann wäre.

Als er nun vor Theben stand, wollte er den Bewohnern noch einmal Gelegenheit geben, zur Besinnung zu kommen.
Er forderte von ihnen nur die Auslieferung des Phoinix und des Prothydes, der Rädelsführer der Erhebung, versprach aber allen, die sich der makedonischen Oberhoheit fügen würden, völlige Sicherheit von Person und Eigentum.
Die Thebaner aber stellten die Gegenforderung, ihnen Philotas und Antipater auszuliefern, und erließen einen Aufruf, daß sich alle Griechen ihnen anschließen sollten, die für die Befreiung des Landes zu kämpfen gesonnen wären.

 Daraufhin befahl Alexander seinen Truppen den Angriff auf die Stadt.
Die Thebaner bewiesen in dem Kampf gegen den überlegenen Feind eine Tapferkeit und einen Mut, die ihre schwachen Kräfte fast ausgeglichen hätten. Aber als die in Kadmeia liegende makedonische Besatzung einen Ausfall machte und ihnen in den Rükken fiel, wurde der größte Teil der Thebaner umzingelt und niedergemacht.
Die Stadt selbst wurde erobert, völlig ausgeplündert und dann dem Erdboden gleichgemacht.

Hauptsächlich wollte wohl Alexander durch dieses harte Verfahren ein Exempel statuieren und den Griechen jede Lust zu weiteren Aufständen nehmen. Er verteidigte seinen Schritt übrigens auch damit, daß er den Beschwerden seiner Bundesgenossen, der Phokier und Platäer, habe nachgeben müssen, die gegen

Theben schwere Klagen vorgebracht hatten. Mit Ausnahme der Priester, sämtlicher Gastfreunde der Makedonier, auch der Nachkommen Pindars sowie aller, die sich der Empörung widersetzt hatten, ließ er die übrigen, an die dreißigtausend, als Sklaven verkaufen.

Die Zahl der Umgekommenen belief sich auf sechstausend. Bei der Einnahme der Stadt brachen einige Thrakier in das Haus einer vornehmen und tugendhaften Frau ein, namens Timotleia, und raubten alles, was sie fanden. Der Anführer schändete inzwischen die Frau und fragte sie dann, ob sie noch irgendwo Gold oder Silber verborgen hätte. Sie gab das zu, führte ihn allein in den Garten, zeigte ihm einen Brunnen und sagte, hier habe sie bei der Einnahme der Stadt ihre kostbarsten Kleinodien hineingeworfen. Als der Thrakier sich bückte, um nachzusehen, trat Timokleia hinter ihn, stieß ihn in den Brunnen hinab und warf Steine auf ihn, bis er tot war. Als sie dann gefesselt vor Alexander geführt wurde, zeigte sie in Miene und Haltung eine unnachahmliche Würde und Seelengröße und verriet nicht die geringste Furcht.
Auf die Frage des Königs, wer sie sei, antwortete sie:
Ich bin die Schwester des Theagenes, der für die Freiheit der Griechen gegen Philipp gekämpft hat und als Befehlshaber bei Chaironeia gefallen ist.
Alexander konnte nicht umhin, ihre Antwort wie ihre Tat zu bewundern, und gab Befehl, sie mit ihren Kindern freizulassen.
Mit den Athenern söhnte er sich jedoch wieder aus, obwohl sie das traurige Geschick Thebens tief schmerzte. Denn zum Zeichen der Trauer brachen sie die eben begonnene Feier der Mysterien ab und gewährten allen politischen Flüchtlingen freundliche Aufnahme in der Stadt.

 Ob nun Alexander gleich dem Löwen seinen Mut gekühlt hatte oder der Tat des Grauens und Schreckens ein Beispiel der Milde folgen lassen wollte - genug, er erließ den Athenern nicht nur alle Schuld, er ermahnte sie auch, auf die politischen Verhältnisse ein wachsames Auge zu haben, denn wenn ihm etwas zustoßen sollte, würde Athen die Herrscherin über Griechenland sein müssen.

In der Folge soll ihn jedoch die grausame Behandlung Thebens sehr oft gereut und ihn gegen andere milde gestimmt haben.
Wenn er später in der Trunkenheit Kleitos niederstieß und wenn seine Makedonier vor den Indern verzagten, so daß der Feldzug sein Ziel nicht erreichte, so schrieb er all dieses Mißgeschick, wie man erzählt, dem Zorn und der Rache des Dionysos, des Schutzgottes Thebens, zu.

Unter den entkommenen Thebanern war später nicht ein einziger, der nicht Gewährung fand, wenn er mit einer Bitte zu Alexander kam.

Als die Griechen auf der Landenge bei Korinth einen Kongreß abhielten, beschlossen sie einen Kriegszug gegen die Perser zu unternehmen und ernannten Alexander zum Oberbefehlshaber des Expeditionsheeres. 

Bei dieser Gelegenheit machten ihm viele Staatsmänner und berühmte Gelehrte ihre Aufwartung, um ihm Glück zu wünschen.

Alexander wartete, daß auch der bekannte Diogenes von Sinope, der sich gerade in Korinth aufhielt, sich bei ihm einfinden werde.
Aber der nahm nicht die geringste Notiz von Alexander und ließ sich nicht in seiner beschaulichen Muße im Zypressenhain von Kraneion stören.

So mußte sich denn Alexander zu ihm bemühen und fand ihn in der Sonne hegen.

Als Diogenes so viele Menschen auf sich zukommen sah, richtete er sich ein wenig auf und blickte Alexander kurz an.

Der König grüßte ihn freundlich und fragte, womit er ihm dienen könnte.
 Darauf sagte Diogenes:
Geh mir nur, bitte, ein wenig aus der Sonne.
Alexander der Große und Diogenes.

 Alexander aber, von diesem Wort betroffen, bewunderte den Stolz und die Seelengröße des Mannes, der für ihn nur Verachtung gezeigt hatte.

 Als seine Begleiter beim Fortgehen sich über Diogenes lustig machten, rief er:
Wahrhaftig, wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich Diogenes sein.
Um sich bei Apollo Rat zu holen wegen des Feldzuges gegen die Perser, begab er sich nach Delphi.

Es traf sich aber,daß gerade die ungünstigen Tage waren, an denen nach dem heiligen Gesetz kein Orakel erteilt werden durfte.
Alexander schickte zuerst nach der Hohepriesterin und ließ sie um ihr Erscheinen bitten.

Als sie ihm die Bitte abschlug, ging er selbst zu ihr und brachte sie mit Gewalt zum Tempel.

Überwältigt von der Beharrlichkeit Alexanders, rief sie:
Wahrlich, mein Sohn, du bist unüberwindlich.
 Darauf sagte Alexander, er brauche nun keine Weissagung mehr, denn er habe das gewünschte Orakel bereits von ihr erhalten.

Makedonisches Fußvolk
Die Zahlenangaben über die Stärke des asiatischen Expeditionsheeres schwanken; manche geben 30.000 Mann Fußvolk und 5000 Mann Reiterei an, andere wieder nennen 34.000 Mann zu Fuß und 4000 Mann Reiterei.

Zum Unterhalt für diese Truppen besaß er, nach Aristobulos, nicht mehr als siebzig Talente, nach Duris führte er nur für dreißig Tage Verpflegung mit;
und Onesikritos behauptet sogar, er habe noch zweihundert Talente Schulden gehabt.

So beschränkt er nun auch in seinen Mitteln war, stellte er doch vor der Abfahrt die Vermögensverhältnisse seiner nächsten Mitarbeiter fest und wies dem einen ein Landgut, dem anderen ein Dorf, einem dritten die Einkünfte einer Stadt oder eines Hafens an.

Als so fast alles königliche Besitztum verteilt war, fragte Perdikkas:
Und du, König, was behältst du für dich übrig?

Alexander antwortete: Die Hoffnung.
- Gut, versetzte jener, so wollen auch wir, die wir mit dir ins Feld ziehen, an dieser Hoffnung teilhaben.
 Damit schlug Perdikkas den Besitz aus, der ihm schon zugefallen war, und mancher andere folgte seinem Beispie.

Trotzdem verschenkte Alexander fast alles, was er in Makedonien besaß.

Mit so stolzer Zuversicht und in so heiterer Stimmung setzte Alexander über den Hellespont nach Asien über.

Bei Ilion stieg er an Land und brachte dort der Athene ein blutiges Opfer und den Heroen Trankopfer dar.
Die Grabsäule des Achilles bekränzte er, nachdem er sich mit Öl gesalbt und der Sitte gemäß mit seinen Freunden nackt einen Wettlauf um die Saule gemacht hatte.

Er pries Achilles glücklich, weil er im Leben einen treuen Freund und nach seinem Tod einen großen Künder seiner Taten gefunden habe.
Als er in der Stadt umherging und die Sehenswürdigkeiten besichtigte, fragte man ihn, ob er die Leier des Paris-Alexander sehen wolle. Aber er meinte, auf diese lege er keinen Wert, dagegen suche er die Leier des Achilles, zu der er die Taten der Helden gesungen habe.

Inzwischen hatten die Feldherren des Dareios eine starke Truppenmacht zusammengezogen und sie hinter dem Fluß Granikos aufgestellt, um ihm den Übergang zu verwehren. Alexander mußte also gleichsam an den Toren Asiens um den Eintritt in das Reich kämpfen.

Aber viele seiner Unterführer erschraken vor der Tiefe des Flusses und der steilen schroffen Höhe des jenseitigen Ufers, das unter fortwährenden Kämpfen erstiegen werden mußte.

Auch warnten ihn einige, sich über das alte Herkommen in bezug auf den laufenden Monat hinwegzusetzen.
Denn im Monat Daisos (Mai) pflegten die Makedonier nie mit der Armee auszurücken.
 Dieses Bedenken beseitigte Alexander dadurch, daß er Befehl gab, den vorhergehenden Monat Artemisios zweimal zu rechnen.

Als Parmenion ihn bat, doch nicht zu so vorgerückter Tagesstunde ein so schweres Wagnis zu unternehmen, antwortete er:

Wenn ich mich vor dem Granikos fürchtete, müßte sich ja der Hellespont schämen, den ich ohne weiteres überschritten habe.

 Und dann stürzte er sich mit dreißig Reiterschwadronen in den Fluß.

Angesichts des steilen, vom Feind stark besetzten Ufers setzte er mitten im Geschoßhagel über den Strom, der Roß und Reiter fast überspülte und mit sich fortriß. Es schien mehr eine Tat verzweifelter Tollkühnheit, als ruhiger Überlegung. Aber er wollte um jeden Preis den Übergang erzwingen.

 Als er endlich unter äußersten Mühen das jenseitige, noch dazu schlammige und schlüpfrige Ufer mit seinem Vortrupp erreicht hatte, wurde er sogleich in ein wild durcheinanderwogendes Gefecht verwickelt, bevor sich noch seine nachfolgendenTruppen einigermaßen ordnen konnten. Denn die Feinde drangen sogleich heftig auf die Angreifer ein, stellten Pferd gegen Pferd und fochten mit den Speeren, und wenn diese zerbrochen waren, mit den Schwertern. Alexander war in dem Getümmel leicht zu erkennen an seinem Schild und seinem Helmbusch, an dessen beiden Seiten hohe weiße Federn aufragten.

 Daher drangen die Gegner besonders auf ihn ein, und er wurde von einem Wurfspeer am Verschlußstück des Panzers getroffen, ohne jedoch verwundet zu werden. In diesem Augenblick sprengten auch die beiden feindlichen Führer Rhoisakes und Spithridates zugleich gegen ihn heran. Dem einen wußte er geschickt auszuweichen, dem Rhoisakes aber brachte er zuerst einen Stoß mit der Lanze gegen den Harnisch bei, und als sie zerbrach, griff er zum Schwert. Während dieses Kampfes griff Spithridates von der Seite an, hob sich rasch im Sattel empor und führte mit der persischen Streitaxt einen Hieb nach ihm, der den Helmbusch nebst der einen Feder herabschlug.

 Mit knapper Not hielt der Helm den Schlag aus, und die Schneide der Streitaxt streifte nur das Haar. Spithridates holte schon zum zweitenmal aus, aber der Unterfeldherr Kleitos, mit dem Beinamen der Schwarze, kam ihm zuvor und durchbohrte ihn mit der Lanze. Zu gleicher Zeit fiel auch Rhoisakes durch Alexanders Schwert.

Während dieses hitzigen und gefährlichen Reiterkampfes setzte die Phalanx der Makedonier über den Fluß, und das beiderseitige Fußvolk rückte nun gegeneinander an. Jedoch leisteten die Perser weder herzhaften noch langen Widerstand, sondern flohen bald Hals über Kopf davon.

Eine Ausnahme machten die griechischen Söldner in persischen Diensten.

Sie zogen sich dicht zusammengeschlossen auf einen Hügel zurück und verlangten Bürgschaft für ihre Sicherheit. Alexander aber sprengte, mehr in der Hitze des Zorns als mit Überlegung, als erster unter sie und verlor sein Pferd, das von einem Schwerthieb in die Weiche getroffen wurde - doch war es nicht der Bukephalos.

An dieser Stelle hatten die Angreifer die meisten Verluste, denn hier hatten sie es mit Männern zu tun, die keine Hoffnung mehr hatten und zu kämpfen wußten.

Von den Persern sollen in dieser Schlacht 20.000 Mann Fußvolk und 2500 Reiter geblieben sein. Alexander hingegen hatte, wie Aristobulos meldet, im ganzen nur 34 Tote, darunter neun vom makedonischen Fußvolk.

Diesen ließ Alexander eherne Bildsäulen errichten, die von Lysippos ausgeführt wurden.

Auch die Griechen sollten an seinem Sieg teilhaben.

Vor allem schickte er den Athenern dreihundert erbeutete Schilde. Auf die übrige Beute, die für die Ehrung aller Griechen insgesamt bestimmt war, ließ er die Inschrift setzen:

 Alexander, Philipps Sohn, und die Griechen, mit Ausnahme der Lakedaimonier, von den in Asien wohnenden Barbaren. 

Die Trinkgeschirre, Purpurkleider und anderen erbeuteten Kostbarkeiten übersandte er fast alle seiner Mutter.

Durch diesen Sieg nahm die Lage Alexanders eine sehr günstige Wendung.

Die Folge war zunächst, daß Sardes, das Bollwerk der persischen Herrschaft über die Küste sowie das ganze Land ringsum kampflos in seine Hände fiel.
Nur die beiden Städte Halikarnassos und Milet leisteten Widerstand, bis er sie im Sturm eroberte.

Nachdem er so einen Teil der Küstengebiete unterworfen hatte, war er sich über die Fortsetzung des Feldzuges noch nicht ganz im klaren.
Es drängte ihn, sofort weiter gegen Dareios vorzurücken und die ganze Entscheidung auf das Wagnis einer großen Schlacht zu setzen.
Dann wieder hielt er es für klüger, zunächst die gesamten Seeprovinzen zu erobern und, nachdem er so seine Truppen an den Krieg gewöhnt und sich die reichen Hilfsquellen dieser Gebiete zunutze gemacht hatte, den Marsch ins Innere Asiens anzutreten.
Zu dieser Zeit geschah nun in Lykien etwas sehr Merkwürdiges.

Eine Quelle in der-Nähe von Tanthos begann plötzlich heftig aufzusprudeln, lief über und stieß aus der Tiefe eine eherne Tafel hervor, auf der uralte Schriftzeichen eingegraben waren.

Diese kündeten, der Herrschaft der Perser werde durch die Griechen ein Ende gemacht werden. 

Damit war Alexanders Plan entschieden.


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